DEUTSCHER
BOXER
Ursprungsland : Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Originalstandardes :
13.03.2001
Verwendung: Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund
Klassifikation FCI : Gruppe 2; Sektion 2.1 Molosser und
doggenartige Hunde.
Mit Arbeitsprüfung
Kurzer geschichtlicher Überblick :
Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt der Kleine bzw.
Brabanter Bullenbeißer. Die damalige Zucht der Bullenbeißer
lag meistens in den Händen von Jägern, denen er zur Jagd
diente. Seine Aufgabe war es, das von den Hetzhunden
getriebene Wild zu packen und festzuhalten, bis der Jäger
kam und die Beute erlegte. Für diese Aufgabe musste der Hund
ein möglichst breites Maul mit breitem Zahnstand haben, um
sich richtig festzubeißen und auch festzuhalten. Jeder
Bullenbeißer, der diese Merkmale hatte, war für seine
Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur
Weiterzucht, die früher nur nach der Tätigkeit und dem
Verwendungszweck erfolgte. So wurde auch eine Zuchtauslese
betrieben, die einen breitschnauzigen Hund mit aufgestülptem
Nasenschwamm hervorbrachte.
1. Allgemeines Erscheinungsbild :
Der Boxer ist ein mittelgroßer, glatthaariger, stämmiger
Hund mit kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen.
Die Muskulatur ist trocken, kräftig entwickelt und plastisch
hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll Kraft und
Adel. Der Boxer darf weder plump oder schwerfällig, noch
leibarm oder windig erscheinen.
2. Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen)
:
a) Länge des Gebäudes: Widerristhöhe:
Das Gebäude ist quadratisch, d.h. die Begrenzungslinien,
eine waagerechte den Rücken und je eine senkrechte die
Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend, bilden ein
Quadrat.
b) Brusttiefe: Widerristhöhe
Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die Brusttiefe
beträgt die Hälfte der Widerristhöhe.
c) Länge des Nasenrückens: Länge des Kopfes: Die Länge des
Nasenrückens verhält sich zur Länge des Oberkopfes wie 1 : 2
(gemessen von der Nasenkuppe bis zum inneren Augenwinkel bzw.
vom inneren Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein).
3. Verhalten und Charakter :
Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, ruhig und
ausgeglichen sein. Sein Wesen ist von allergrößter
Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege. Seine
Anhänglichkeit und Treue gegenüber seinem Herrn und dem
ganzen Haus, seine Wachsamkeit und sein unerschrockener Mut
als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist harmlos
in der Familie aber misstrauisch gegenüber Fremden, heiter
und freundlich beim Spiel, aber furchtlos im Ernst. Er ist
leicht auszubilden vermögens seiner Bereitschaft zur
Unterordnung, seines Schneides und Mutes, seiner natürlichen
Schärfe und seiner Riechfähigkeit. Bei seiner
Anspruchslosigkeit und Reinlichkeit ist er gleich angenehm
und wertvoll in der Familie wie als Schutz-, Begleit- oder
Diensthund. Sein Charakter ist bieder, ohne Falschheit und
Hinterlist, auch im höheren Alter.
4. Kopf :
Er verleiht dem Boxer das Gepräge, muss in gutem Ebenmaß zum
Körper sein und darf weder zu leicht noch zu schwer
erscheinen. Der Fang soll möglichst breit und mächtig sein.
Die Schönheit des Kopfes beruht auf dem harmonischen
Größenverhältnis zwischen Fang und Oberkopf.
Von welcher Richtung der Kopf auch betrachtet werden möge,
von vorn, von oben oder von der Seite, immer muss der Fang
im richtigen Verhältnis zum Oberkopf stehen, d.h. niemals zu
klein erscheinen. Er soll trocken sein, also keine Falten
zeigen. Naturgemäß bilden sich jedoch Falten auf dem
Oberkopf bei erhöhter Aufmerksamkeit. Von der Nasenwurzel zu
beiden Seiten abwärts verlaufend sind Falten stets
angedeutet. Die dunkle Maske beschränkt sich auf den Fang
und muss sich von der Farbe des Kopfes deutlich abheben,
damit das Gesicht nicht finster wirkt.
Oberkopf :
Schädel:
Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein. Er ist
leicht gewölbt, weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu
breit, der Hinterkopf nicht zu hoch. Die Stirnfurche ist nur
schwach angedeutet, sie darf besonders zwischen den Augen
nicht zu tief sein.
Stop:
Die Stirn bildet zum Nasenrücken einen deutlichen Absatz.
Der Nasenrücken darf nicht bulldogartig in die Stirn
eingetrieben, aber auch nicht abfallend sein.
Gesichtsschädel :
Nase:
Die Nase ist breit und schwarz, ganz leicht aufgestülpt;
weite Nasenlöcher. Die Nasenspitze liegt etwas höher als die
Nasenwurzel.
Fang:
Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen des
Raumes, also weder spitz noch schmal, kurz oder flach. Seine
Gestalt wird beeinflusst durch
a) die Form der Kiefer,
b) die Stellung der Fangzähne und
c) die Beschaffenheit der Lefzen.
Die Fangzähne müssen möglichst weit auseinander stehen und
von guter Länge sein, wodurch die vordere Fläche des Fanges
breit, fast quadratisch wird und mit dem Nasenrücken einen
stumpfen Winkel bildet. Vorne liegt der Saum der Oberlippe
auf dem Saum der Unterlippe. Der aufwärts gebogene Teil des
Unterkiefers mit der Unterlippe, das Kinn genannt, darf die
Oberlippe nach vorne nicht auffällig überragen, noch weniger
aber unter ihr verschwinden, sondern er muss sowohl von vorn
als auch von der Seite gut markiert sein.
Die Fang- und Schneidezähne des Unterkiefers dürfen bei
geschlossenem Fang nicht sichtbar sein, ebensowenig darf der
Boxer bei geschlossenem Fang die Zunge zeigen. Der
Oberlippenspalt ist gut sichtbar.
Lefzen:
Die Lefzen vollenden die Gestalt des Fanges. Die Oberlippe
ist dick und wulstig; sie füllt den Hohlraum aus, welcher
durch den längeren Unterkiefer entsteht, wobei sie von den
Fangzähnen desselben getragen wird.
Gebiss:
Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht nach
oben gebogen. Der Boxer beisst vor. Der Oberkiefer ist breit
am Oberkopf angesetzt und verjüngt sich nach vorn nur wenig.
Das Gebiss ist kräftig und gesund. Die Schneidezähne sind
möglichst regelmäßig in einer geraden Linie angeordnet, die
Fangzähne weit auseinander stehend und von guter Größe.
Backen:
Die Backen sind dem kräftigen Kiefer entsprechend entwickelt,
ohne jedoch zu betont hervorzutreten. Sie gehen vielmehr in
einer leichten Wölbung in den Fang über.
Augen: Die dunklen Augen sind weder zu klein
noch hervorquellend oder tiefliegend. Der Ausdruck verrät
Energie und Intelligenz, er darf nicht drohend oder stechend
sein. Die Lidränder müssen eine dunkle Farbe haben.
Ohren:
Die naturbelassenen Ohren haben eine angemessene Größe; an
den höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt,
liegen sie in Ruhestellung an den Backen an und fallen -
besonders wenn der Hund aufmerksam ist - mit einer
deutlichen Falte nach vorne.
5. Hals :
Die obere Linie verläuft in einem eleganten Bogen vom
deutlich markiertem Genickansatz zum Widerrist. Er soll von
reichlicher Länge sein, rund, kräftig, muskulös und trocken.
6. Körper :
Quadratisch. Der Rumpf ruht auf stämmigen, geraden Läufen.
Widerrist: Soll markiert sein.
Rücken: Soll, einschließlich der Lendenpartie, kurz fest,
gerade, breit und stark bemuskelt sein.
Kruppe: Leicht geneigt, flach gewölbt und breit. Das Becken
soll lang und besonders bei Hündinnen breit sein.
Brustkorb: Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die
Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe.
Gut ausgebildete Vorbrust. Die Rippen gut gewölbt, aber
nicht tonnenförmig gerundet, weit nach hinten reichend.
Untere Linie: Verläuft in einem eleganten Schwung nach
hinten. Kurze, straffe Flanken, leicht aufgezogen.
Rute: Der Ansatz eher hoch als tief. Die Rute bleibt
naturbelassen.
7. Gliedmaßen :Vorderhand:
Die Vorderläufe müssen von vorn gesehen gerade sein,
parallel zueinander stehen und starke Knochen haben.
Schultern: Lang und schräg, straff mit dem Rumpf verbunden;
sie sollten nicht zu stark bemuskelt sein.
Oberarm: Lang und zum Schulterblatt in einem rechten Winkel
liegend.
Ellenbogen: Weder zu stark an die Brustwand angedrückt noch
abstehend.
Unterarm: Senkrecht, lang und trocken bemuskelt.
Vorderfußwurzelgelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht
aufgetrieben.
Vordermittelfuß: Kurz, fast senkrecht zum Boden stehend.
Vorderpfoten: Klein, rund, geschlossen, dick gepolsterte
Ballen mit harten Sohlen.
Hinterhand :
Sehr stark bemuskelt, die Muskulatur bretthart und sehr
plastisch hervortretend. Die Hinterläufe sollen von hinten
gesehen gerade sein.
Oberschenkel: Lang und breit. Hüft- und Kniegelenkswinkel
möglichst wenig stumpf.
Knie: Soll in der Grundstellung so weit nach vorn reichen,
daß es eine vom Hüfthöcker zum Boden gezogene Senkrechte
noch berührt.
Unterschenkel: Sehr muskulös.
Sprunggelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht aufgetrieben.
Der Winkel beträgt ca. 140 Grad.
Hintermittelfuß: Kurz, mit einer geringen Neigung von 95 -
100 Grad zum Boden.
Hinterpfoten: Etwas länger als die vorderen. Geschlossen;
dick gepolsterte Ballen mit harten Sohlen.
Gangwerk/Bewegung: Lebhaft und voll Kraft und Adel.
8. Haut :
Trocken, elastisch, ohne Falten.
9. Haarkleid :
Kurz, hart, glänzend und anliegend.
10. Farbe :
Gelb oder gestromt. Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor,
von hellgelb bis dunkelhirschrot, jedoch sind die in der
Mitte liegenden die schönsten (= rotgelb). Schwarze Maske.
Die gestromte Varietät hat auf gelbem Grund in den obigen
Abstufungen dunkle oder schwarze, in Richtung der Rippen
verlaufende Streifen. Grundfarbe und Streifen müssen sich
deutlich voneinander abheben. Weiße Abzeichen sind nicht
grundsätzlich zu verwerfen, sie können sogar recht
ansprechend sein.
11. Größe :
Gemessen vom Widerrist, vorbei am Ellenbogen, bis zum Boden.
FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte.
VERHALTEN UND CHARAKTER :
Aggressivität, Bösartigkeit, Hinterlist, Unzuverlässigkeit,
Mangel an Temperament, Feigheit.
KOPF :
Mangel an Adel und Ausdruck, finsteres Gesicht, Pinscher-
oder Bulldogkopf, Geifern, Zähne oder Zunge zeigen, zu
spitzer oder zu leichter Fang, abfallender Nasenrücken,
Leder- oder Wetternase, heller Nasenschwamm, sogenanntes
Raubvogelauge, nicht durchgefärbte Nickhaut, bei nicht
kupierten Ohren: flatternde, halbaufgerichtete oder
aufgerichtete Ohren, Rosenohren, verkanteter Unterkiefer,
schräge Zahnleiste, fehlerhafte Zahnstellung, schwach
ausgebildete Zähne, untaugliches Gebiß infolge Krankheit.
HALS :
Kurz, dick, lose Kehlhaut.
KÖRPER :
Zu breite und niedrige Front, durchhängender Rumpf,
Karpfenrücken, Senkrücken, magerer Rücken, lange schmale,
scharf eingesenkte Lenden, schwache Verbindung mit der
Kruppe, gewölbte Lendenpartie, abfallende Kruppe, enges
Becken, Hängebauch, hohle Flanken.
RUTE :
Tiefer Ansatz, Knickrute.
VORDERHAND :
"Französischer" Stand, lose Schultern, lose Ellenbogen,
schwaches Vorderfußwurzelgelenk, Hasenpfoten, flache,
gespreizte Pfoten.
HINTERHAND :
Schwache Muskulatur. Zu wenig gewinkelte oder überwinkelte
Hinterhand. Säbelbeine, Faßbeinigkeit, Kuhhessigkeit,
Hackenenge. Afterkrallen. Hasenpfoten,
flache, gespreizte Pfoten.
GANGWERK :
Watscheln, wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit.
FARBE DES HAARES :
Über den Fang hinausreichende Maske. Zu dicht aneinander
liegende oder nur vereinzelt erkennbare Streifen. Schmutzige
Grundfarbe. Sich vermischende Farben. Unschöne weiße
Abzeichen, wie ganz oder halbseitig weißer Kopf.
Andersfarbige oder solche, deren Grundfarbe von mehr als
einem Drittel Weiß verdrängt wird.
ANMERKUNG :
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.